University of Maryland Medical Center; University of Maryland School of Medicine
Die Zahl Kopfhörer tragender Fußgänger, die von Autos oder Zügen erfasst werden, hat sich laut Forschern der University of Maryland seit 2004 mehr als verdreifacht
Baltimore (ots/PRNewswire) - - Teenager und junge erwachsene Männer sind hauptsächlich betroffen; fast drei Viertel aller Verletzungen enden tödlich Kopfhörer tragende Fussgänger aufgepasst! Können Sie Züge oder Autos in Ihrer unmittelbaren Umgebung hören? Der Grossteil vermutlich nicht, insbesondere junge erwachsene Männer. Die Zahl der Fussgänger, die ihren Kopfhörern lauschend schwere Verletzungen aus Unfällen davontragen, hat sich in sechs Jahren mehr als verdreifacht. Dies geht aus einer neuen Studie der University of Maryland School of Medicine und des University of Maryland Medical Center in Baltimore hervor. Häufig können Fussgänger die Hupgeräusche von Autos und Zügen nicht hören, wobei die Opfer in fast drei Viertel der Fälle ihren Verletzungen erliegen.
- Teenager und junge erwachsene Männer sind hauptsächlich betroffen; fast drei Viertel aller Verletzungen enden tödlich
Kopfhörer tragende Fussgänger aufgepasst! Können Sie Züge oderAutos in Ihrer unmittelbaren Umgebung hören? Der Grossteil vermutlichnicht, insbesondere junge erwachsene Männer. Die Zahl der Fussgänger,die ihren Kopfhörern lauschend schwere Verletzungen aus Unfällendavontragen, hat sich in sechs Jahren mehr als verdreifacht. Diesgeht aus einer neuen Studie der University of Maryland School ofMedicine und des University of Maryland Medical Center in Baltimorehervor. Häufig können Fussgänger die Hupgeräusche von Autos und Zügennicht hören, wobei die Opfer in fast drei Viertel der Fälle ihrenVerletzungen erliegen.
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"Jeder ist sich des Risikos bewusst, das der Gebrauch vonMobiltelefonen oder das Verfassen von Textmitteilungen imStrassenverkehr mit sich bringt. Trotzdem sieht man immer mehrTeenager, die sich Kopfhörer tragend mit ihrem neuesten Gerätbeschäftigen und abgelenkt sind", so Hauptverfasser Dr. med. RichardLichenstein, der ausserdem als Dozent für Pädiatrie an der Universityof Maryland School of Medicine sowie als Leiter für pädiatrischeNotfallmedizin-Forschung im University of Maryland Medical Centertätig ist. "Da wir immer verlockendere Geräte entwickeln, steigt auchdas Risiko von Unfällen, die auf Ablenkung und ausgeblendeteUmgebungsgeräusche zurückzuführen sind."
Dr. Lichenstein und seine Kollegen untersuchten nachträglicherstellte Fallstudien des nationalen elektronischenÜberwachungssystems für Verletzungen (NEISS), der US-Komission fürdie Sicherheit von Verbraucherprodukten (CPSC) sowie der Google NewsArchives und der Forschungsdatenbanken des Westlaw Campus. Diezwischen 2004 und 2011 publizierten Berichte beziehen sich aufUnfälle, bei denen Fussgänger durch Kollisionen mit Zügen odermotorisierten Fahrzeugen Verletzungen davontrugen oder zu Tode kamen.Fälle, bei denen der Gebrauch von Kopfhörern im Spiel war, wurdenisoliert betrachtet und zusammengefasst. Die Untersuchung wurde heuteim Journal Injury Prevention veröffentlicht.
Die Wissenschaftler überprüften insgesamt 116 Unfälle aus denJahren 2004 bis 2011, bei denen Fussgänger nachweislich vonKopfhörern Gebrauch machten. Siebzig Prozent der insgesamt 116Unfälle endeten für den Fussgänger tödlich. Mehr als zwei Drittelaller Unfallopfer (68 Prozent) waren männlich und unter 30 Jahre alt(67 Prozent). Über die Hälfte der in Unfälle involvierten Fahrzeugewaren Züge (55 Prozent) und in fast einem Drittel der Fälle (29Prozent) ertönte unmittelbar vor dem Unfall ein fahrzeugseitigesHupgeräusch. Die über die Jahre gestiegene Unfallhäufigkeit geht mitder nachweislich steigenden Beliebtheit von akustischen Technologienmit Kopfhörerunterstützung einher.
"Diese Untersuchung ist ein grossartiges Beispiel dafür, wie dietäglichen Erfahrungen unserer Ärzte im Krankenhaus mit einembreiteren wissenschaftlichen Ansatz untersucht werden, um einbeunruhigendes soziales Problem aufzudecken, dem grössere Bedeutungbeigemessen werden muss", erklärten Dr. med. E. Albert Reece, Ph.D.,M.B.A., der Vice President für medizinische Angelegenheiten derUniversity of Maryland, sowie John Z. und Akiko K. Bowers,distinguierter Professor bzw. Dekan der University of Maryland Schoolof Medicine. "Ich hoffe, dass diese Erkenntnisse dazu beitragenwerden, die Ursache derartiger Verletzungen besser zu verstehen,präventive Massnahmen einzuleiten und die Unfallhäufigkeitschliesslich signifikant zu reduzieren."
Dr. Lichenstein und seine Kollegen wiesen auf zwei Ursachen hin,die wahrscheinlich mit derartigen Verletzungen und Todesfällen inVerbindung stehen: Ablenkung und sensorische Deprivation. Diese durchelektronische Geräte verursachte Form der Ablenkung wird auch als"Unaufmerksamkeitsblindheit" bezeichnet, wobei es durch multipleStimulation zu einer Einschränkung der mentalenVerarbeitungskapazität des Gehirns kommt. Im Hinblick auf Kollisionenzwischen Kopfhörer tragenden Fussgängern und Fahrzeugen wird dieAblenkung durch sensorische Deprivation weiter erhöht. Die Fähigkeitdes Fussgängers, das Warnsignal eines Zuges oder Fahrzeugeswahrzunehmen, wird durch die Geräusche des tragbaren elektronischenGeräts und durch den Kopfhörer eingeschränkt.
Laut Dr. Lichenstein sei die Studie nach der Überprüfung einestragischen pädiatrischen Unfalls eingeleitet worden, bei dem eineinheimischer Teenager bei der Überquerung von Bahnschienenverunglückt ist. Der Teenager habe Kopfhörer getragen und sei demsich nähernden Zug trotz akustischer Warnsignale nicht ausgewichen.Eine erneute Prüfung des Sachverhalts deutete auf weitere Fälle hin,nicht nur in Maryland, sondern auch in den übrigen US-Bundesstaaten."Als pädiatrischer Unfallarzt und Person, die sich grundsätzlich fürSicherheit und Prävention interessiert, sah ich dies als Gelegenheit,um Eltern von Teenagern und junge Erwachsene zumindest auf daspotenzielle Risiko aufmerksam zu machen, das mit dem Tragen vonKopfhörern in unmittelbarer Nähe von fahrenden Fahrzeugen verbundenist", sagt er.
Lichenstein R, Smith D, Ambrose J, Moody L. "Headphone use andpedestrian injury and death in the United States: 2004-2011" (z. Dt.:"Kopfhörergebrauch von Fussgängern und damit verbundene Verletzungenund Todesfälle in den Vereinigten Staaten von 2004-2011"). InjuryPrevention. Onlinepublikation vom 17. Januar 2012.doi:10.1136/injuryprev-2011-040161. Journalisten können dieFachpublikation unterhttp://press.psprings.co.uk/ip/january/ip040161.pdf abrufen
Pressekontakt:Karen Lancaster, klancaster@umm.edu, oder Bill Seiler,bseiler@umm.edu, +1-410-328-8919
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